METZ

Der Name der Stadt leitet sich von dem römischen Stadtnamen Mediomatricum, eine der größten Städte Galliens ab, die nach dem dort früher lebenden Keltenstamm der Mediomatriker benannt wurde.

Unter den merowingischen Zeit war Metz die Hauptstadt des damaligen Ostfränkischen Königreichs und war ebenfalls Stammsitz der Karolinger (z. B. sind die Ehefrau und ein Sohn Karls des Großen in Metz beerdigt). Nach der Teilung des Fränkischen Reichs gehörte die Stadt zuerst zum "Lotharii Regnum" - dem mittleren Reich, später zum Ostfränkischen Reich. Im Hochmittelalter war Metz eine der bedeutendsten freien Reichsstädte.

Zur Zeit Karls V. besetzten die Truppen des französischen Königes Heinrich II. Metz, Verdun und die anderen Städte Lothringens mit dem Einverständnis der prostestantischen Reichsfürsten, die die Position des katholischen Kaisers damit schwächen wollten. Erst im Westfälischen Frieden 1648 wurde das Gebiet offiziell Frankreich zuerkannt.

Nach dem deutsch-französichen Krieg 1870/71 gehörte Lothringen bis 1918 wieder zu Deutschland, genauso wie von 1940 bis 44.

Durch diese wechselvolle Geschichte besitzt die Stadt zwei unterschiedliche Gesichter, ein französisches und ein deutsches. Die Kathedrale z. B. ist französisch geprägt, der "Temple neuf" dagegen ist eine protestantische Kirche und wurde um 1900 nach Vorbild des Speyrer Doms errichtet.

Ihm gegenüber liegt der Place de la comedie, an dem das älteste französische Theater steht. Das Theater in Metz, das auch eine Oper beherbergt wurde bereits 1752 nach 14 Jahren Bauzeit eröffnet.

Beides, Tempel und Theater liegen auf der Moselinsel, ein sehr romantisches Fleckchen mitten in der Stadt, das trotzdem eine große Artenvielfalt an Fauna und Flora besitzt.

Wesentlich neueren Datums ist das Centre Pompidou in Metz, das erst 2010 seine Pforten öffnete. Hier kann man eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst bestaunen:

Werke von Picasso, Miro, Renoir, Gaugin, Gauguin, Ernst, Warhol und vieler anderer werden hier einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Besonders lobenswert ist, dass der Eintritt      z. B. für Sozial Benachteiligte, Besucher unter 26, Menschen mit Handicap frei ist.

 

Nicht weit von Metz entfernt liegt Verdun, weltweit bekannt an Synonym des Grauens des ersten Weltkriegs. Fort Douaumont und Fort Vaux zeigen auf beklemmende Weise die ganze grausame Brutalität des Krieges. Dies in Verbindung mit den Gräberfeldern rund um Verdun und dem Beinhaus in dem ca. 130.000 namenlose Tote des Kämpfe in einem gigantischen Massengrab liegen verdeutlichen den Schrecken des sinnlosen Gemetzels, das damals eine Fläche von einhundert Quadratkilometer so komplett verwüstet hat, dass man die Erde darauf abtrug und beschloss, außer den Gedenkstätten hier nie wieder etwas zu errichten. Heute liegt hier ein einzigartiges Biotop.

Fährt man in die Stadt Verdun beeindruckt zuerst das große alte Stadttor an der Maas.

In der Stadt Verdun selbt wurde im alten Bischhofssitz ein internationales Zentrum für Frieden, Freiheit und Menschenrechte errichtet, welches durch seine Konferenzen und anderen Veranstaltungen weitweit bekannt ist.

Besonderes bietet auch die Kathedrale von Verdun. Die im Kern romanische Kathedrale, welche im 18 Jahrhundert im Stil des französichen Barock ausgebaut wurde beinhaltet im "Keller" befindet sich eine weitere komplette romanische Kirche, welche als Krypta weiterverwendet wird.

Beeindruckend ist auch der Altarraum, welcher dem des Petersdom nachempfunden wurde.

 

Ein ebenfalls sehr lohnendes Reiseziel in der Region stellt die kleine Gemeinde Rodemack dar. Bei der Anreise kann allerdings ein beklemmendes Gefühl entstehen, wenn man in weniger als 5 km Entfernung an den wohl Störanfälligsten Kernreaktoren Europas, den vier Meilern von Cattenom vorbei kommt.

Entschädigt wird man jedoch von einem kleinen Dorf mit etwas mehr als 1000 Einwohnern, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Am Postamt prangt noch ein großes Schild, welches Telegraphen und ein Telefon zur Benutzung anpreist, kleine Handwerksbetriebe schmücken ihre Geschäfte noch mit den Zunftzeichen über den Türen und die Stadtmauer rund um die Gemeinde ist noch fast vollständig erhalten. Hier lohnt sich der Weg außen um die Mauer herum, denn man kann z. B. einen mittelalterlichen Kräutergarten entdecken und entlang der Stadtmauer noch Überreste alter Handwerksbetriebe wie z. B. einer alten Bäckerei und ähnliches. Was noch gut erhalten, gepflegt und im Einsatz ist, ist die kleine örtliche öffentliche Destillerie!

Die alte Burg, welche im Spätmittelalter zur Zitadelle ausgebaut wurde, ist während meines Besuches leider nicht zu besichtigen gewesen, da sie von 2014 bis 2018 renoviert wird. Sollte sich der äußere Eindruck jedoch innen fortsetzen lohnt sich eine Besichtigung sicherlich.

 

Auf der Heimreise wurde die Gelegenheit für einen Abstecher zur Saarschleife genutzt, ein landschaftliches Kleinod des Saarlands.