Mallorca

Zu Ostern 2016 überraschte mich meine Frau mit einem wundervollen Geschenk:

5Tage Kurzurlaub auf Mallorca - im Frühling!

Noch nicht so viel los dort und alles grünt und blüht. Herrlich.

 

Nach dem Hinflug und einem gemütlichen Abendspaziergang durch Can Pastilla startete ich am nächsten Tag meinen Stadtrundgang durch Palma. Eine wunderschöne Altstadt mit vielen sehenswerten Gebäuden, großen und kleinen Plätzen und Parks, außerdem viele gemütliche Cafes. Beispielhaft seien hier nur die Kathedrale, der Königspalast, die Llotja de Palma genannt. Etwas versteckt, aber wirklich interessant ist die älteste Kirche und eines der ältesten Gebäude der Insel, die Kirche der Tempelritter. Eigentlich nicht zu besichtigen hatte ich Glück dass ein Priester gerade als ich davor stand kam und mir einen kurzen Blick und einige Fotos gewährte.

 

Für den zweiten Tag hatte ich mir die Tropfsteinhöhlen im Osten der Insel vorgenommen. Zuerst besuchte ich die Coves del Hams, in der mit einigen schönen Lichteffekten die optische Wirkung der Stalaktiten und Stalagmiten verstärkt wurden. In der letzten Höhle wurden die Wände mit kurzen Videos von klassischen Konzerten angestrahlt und mit der passenden Musik unterlegt. Ein schöner Abschluss der Höhlenbesichtigung. Im Anschluss ging es in die Coves del Drac. Sie ist nicht nur die größte sondern auch die schönste Höhle auf Mallorca. In dieser Höhle befinden sich neben sechs kleinen unterirdischen Seen auch der größte unterirdische See Europas. Aber dazu später mehr. Die Tropfsteine in diesem Höhlensystem sind unzählbar. Der Eindruck den diese Höhlen machen faszinierend. Leider waren trotz der frühen Jahreszeit bereits sehr viele Besucher in der Höhle unterwegs, so dass die Gruppen von Besuchern, welche "zu lange" an einem Ort verweilten vom Personal angehalten worden sind bitte weiterzugehen um den nachfolgenden Besuchern Platz zu machen. Trotzdem ist dieses Höhlensystem einen Besuch wert. Dies liegt auch an dem größten unterirdischen See den ich weiter oben bereits erwähnte. An dessen Ufer wurde ein kleines Amphitheater errichtet und nachdem die Besucher dort Platz genommen haben werden alle Lichter gelöscht. In der Dunkelheit sieht man drei schwach beleuchtete Ruderboote über den See kommen. Auf dem mittleren Boot befindet sich ein Quartett von Musikern, ein Klavir, zwei Geigen und ein Bass, und diese beginnen mitten auf dem See ein ca. 15 minütiges klassisches Konzert. Die Höhle hat eine phantastische Akkustik, die Musiker sind sehr gut, so dass dies ein wirklich gelungenes Ereignis war. Im nachhinein wurde somit auch verständlich, warum das Personal darauf drängte, dass alle Besucher püntlich zum Konzert kamen. Den Abend beschloss ich mit einer sehr leckeren Platte gegrillter Fische im Hafen von Can Pastilla.

 

Man hört und liest im Zusammenhang mit Mallorca sehr viel vom "roten Blitz". Diesen musste ich mir an meinem letzten vollen Tag auf der Insel doch einmal anschauen. Eine alte Elektrobahn aus dem Jahre 1912! Sie verbindet Palma mit Soller, einer kleinen Stadt im Westen der Insel, die bis dahin nur auf dem Seeweg erreichbar war, da die Berge der Serra de Tramuntana den Landweg unmöglich machten. Durch diese Berge wurden damals etliche Tunnel gesprengt um die Bahnverbindung zu ermöglichen. Gerade im Frühling ist die Fahrt durch die blühende Landschaft mit der gemütlichen Elektrobahn ein wunderbares Erlebnis und außerdem locken zahlreiche Fotomotive entlang des Weges. Angekommen in Soller ein weiteres kulturelles Highlight. Im alten Bahnhof dieses Städtchens befinden sich eine Ausstellung mit Skizzen von Miro und eine Ausstellung mit Keramiken von Picasso. Die beiden haben sich wohl mehrfach in diesem Ort getroffen, auch davon hängen mehrere gut erhaltene Fotos in den Ausstellungsräumen. Nach einer kurzen Besichtigung des Ortskerns und einem sehr leckeren handgemachten Eis ging die Fahrt mit einer Straßenbahn, die dem alter des "roten Blitzes" wohl kaum nachstand, weiter durch die Berge bis zum Hafen von Soller. Diese wirklich sehr schöne natürliche Bucht bietet einen feinen Badestrand, der im Sommer allerdings ziemlich überfüllt sein dürfte. Um diese Jahreszeit war die Anzahl der Besucher doch übersichtlich und man konnte gemütlich den Strand entlang schlendern. Interessant ist noch, dass die Gegend rund um Soller das Herz des mallorquinischen Anbaus von Zitrusfrüchten ist und das Blütenmeer der Bäume diese Fahrt mit der Straßenbahn von Soller zum Hafen allein dadurch ein Erlebnis wird.

Die Rückfahrt mit dem "roten Blitz" nutzte ich um weitere schöne Landschaftsbilder zu schließen und beschloss den Abend wieder im Hafen von Can Pastilla.

 

Am nächsten Tag stand bereits der Rückflug auf dem Programm, aber mit der Gewissheit, dass ich diese Insel das nächste mal mit mehr Zeit für ein größeres Programm besuchen werden.